Wissenswertes über Bohlingen

Text entnommen aus dem Bohlinger Buch, 2. Auflage 1951 von Pfarrer Heinrich Weissmann



Bohlingen heißt am Orte selbst und im Volksmund der Umgebung "Bollinge". Im Jahre 773 erste Erwähnung in einer latainischen Urkunde im St.-Galler Urkundenbuch Bd I.

Bohlingen (413 m über dem Meere) ist ein staatliches Hegaudorf an der Radolfzeller Aach. Die Aach teilt Bohlingen in zwei Teile. Die rechte Seite unten in der Ebene ist die häuserreichere, die linke auf dem verlorenen Abhang vom Ausläufer des Galgenberges
(505 m über dem Meere) ist und war jedenfalls von Anfang an die wichtigere. Dort stehen Kirche, Schule und Rathaus.

Die Gemarkung Bohlingen umspannt einen Flächenraum von 1195,85 ha, davon sind 489,59 ha Wald (Staatswald 82,24 ha, Gemeindewald 152,84 ha, Kaplaneiwald 4,51 ha, Privatwaldungen 250 ha), Rebland sind noch etwa 5 ha gegenüber 21,4 vor dem ersten Weltkrieg.



Text entnommen dem Buch "Beiträge zur Bohlinger Geschichte" erschienen zur 1200 Jahrfeier im Jahre 1973



Bohlingen liegt im südlichen Hegau, in dem Bohlinger Gletscherzungenbecken zwischen dem Schienerberg im Süden und dem Galgenberg im Norden. In dem mit eiszeitlichen Sedimenten verfüllten Becken fließt die Aach, ohne an der Ausbildung des Beckens oder des Tales wesentlich beteiligt gewesen zu sein.

Die Aach läuft bei Bohlingen in 400 m Höhe. Der steile Nordrand des Schienerberges erhebt sich wie eine Mauer fast 300 m über das Aachtal und erreicht mit der Schrotzburg die Höhe von 691 m.

Nördlich von Bohlingen erhebt sich der Galgenberg etwa 100 m über das Aachtal und im Nordosten hat die Gemarkung Anteil an der Verlandungsebene des Zeller Sees, die sich mit 398 m Höhe nur 3 m über dem Mittelwasserstand des Bodensees (394,7 m) erhebt.